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Es darf wieder gezählt werden

Ein kurzer Reminder für Zählwillige und ein Dank an alle bisherigen Teilnehmer. Die Rede ist natürlich vom Abendsegler-Projekt des BVF.

Am 15.08 beginnt die 3. Zählphase des Jahres. Bitte nehmen wieder zahlreich teil, sodass wir unseren Wissensstand zur Verbreitung des Großen Abendseglers weiter ausbauen könnten.

Detaillierte Infos finden Sie auf der Projekthomepage und im Projektflyer.

Wir möchten auch jetzt schon auf die am 12.09.20 beginnende europaweite Zählphase in Kooperation mit weiteren europäischen Verbänden hinweisen.

Bestimmung von Fledermausrufaufnahmen und Kriterien für die Wertung von akustischen Artnachweisen

Seit 2009 standen die „Kriterien für die Wertung von Artnachweisen basierend auf Lautaufnahmen“ der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nord- und Südbayern auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und legten Kriterien für die Artbestimmung von Fledermäusen mittels automatisch sowie händisch ausgewerteter Rufanalysen fest. Nun hat das LfU eine aktualisierte und sehr viel stärker ins Detail der Rufbestimmung gehende Version unter dem Titel „Bestimmung von Fledermausrufaufnahmen und Kriterien für die Wertung von akustischen Artnachweisen – Teil 1“ vorgelegt (https://www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_nat_00378.htm). Autoren sind Ulrich Marckmann (NycNoc GmbH) und Burkard Pfeiffer (Koordinationsstelle für Fledermausschutz Nordbayern). Der neue Leitfaden setzt neue Maßstäbe in der Bestimmung von Fledermausrufen anhand von Sonagrammen. Er behandelt alle derzeit in Deutschland vorkommenden Fledermausarten, d. h. auch die meisten in Mitteleuropa nachgewiesenen Arten (mit Ausnahme derjenigen, die derzeit keine deutliche Ausbreitungstendenz zeigen). Der erste Teil umfasst alle Arten außer der Gattung Myotis; die sieben Myotisarten sollen bis Ende des Jahres ergänzt werden. Im Unterschied zur Vorgängerversion gibt es keine Kriterien mehr für die automatische Rufauswertung. Zumindest stichprobenhaft müssen also Rufsequenzen aller Arten visuell überprüft und verifiziert werden. Das macht Sinn, kommt es doch bei allen automatisierten Lautanalyseprogrammen aufgrund von unvollständig vermessenen Rufen oder nicht optimaler Aufnahmequalität häufig zu Fehlangaben. Der Leitfaden zeigt auch deutlich die Grenzen der Artbestimmung anhand von Ortungsrufen auf. Selbst bei häufigen Arten wie dem Abendsegler oder der Breitflügelfledermaus kann diese problematisch werden, wenn die Qualität der Aufnahmen nicht ausreicht oder die Rufsituation für die Bestimmung nicht typisch ist.

Man darf gespannt sein, bis die restlichen Arten bearbeitet sind und der Leitfaden dann vollständig für die in Deutschland gängigen Fledermausarten vorliegen wird.

Into the wild: Abendseglerzählung wird fortgesetzt

Wir möchten uns nochmals bei allen Teilnehmern der Abendseglerzählung im Jahr 2019 beanken. Wir konnten zeigen, dass ein appgestütztes Monitoring der Großen Abendsegler in einer großen Community möglich ist. Citizen Sciecne die dazu dienen soll, wieder einen besseren Überblick über den Bestand und die Verbreitung des Großen Abendseglers zu gewinnen. Nicht zuletzt, weil der Große Abendsegler eine der häufigsten durch Windkraftanlagen zu Schaden kommende Fledermausart ist.

Bitte unterstützen Sie uns auch 2020 wieder tatkräftig während der 3 Zählperioden:

VOR der Wochenstubenzeit noch bis zum 15.05.2020

WÄHREND der Wochenstubenzeit vom 15.06 – 15.07.2020

und NACH der Wochenstubenzeit vom 15.08 – 20.09.2020 (*)

Alle notwendigen Details und Anleitungen finden Sie in den beiden Flyern zum Projekt, die sie gerne weiter verteilen dürfen und auf der Projekthomepage.

Flyer zum Projekt

Flyer zur APP

(*) Vorab möchten wir Sie schon einladen, an der dieses Jahr erstmalig stattfindenden europaweit vernetzen Zählung vom 12.09-20.09.2020 teil zu nehmen. Diese Zählung soll gemeinsam mit Partnerorganisationen u.a. aus Österreich und Slowenien, sowie weiteren stattfinden.

BVF Statement zum thema Fledermaushandling in Zeiten von Covid-19 erschienen

Vor kurzem hat der BVF zusammen mit anderen deutschen NGOs ein Informationspapier zum Thema Fledermäuse und SARS-CoV-2 veröffentlicht.

Da sich mittlerweile nicht nur zuletzt durch das Statement der IUCN Bat Specialsts Group Fragen zum Handling mit einheimischen Fledermäusen in Zeiten von SARS-CoV-2 und der Erkrankung Covid-19 ergeben haben, hat der BVF ein aktuelles Statement unter dem Titel „Statement on the handling of bats in times of Covid-19 regarding the IUCN Bat Specialists Group recommendation on the suspension of field activities for the protection of bats“ veröffentlicht.

Das Statement ist auf Grund der englischen Sprache primär für die Gremien-Arbeit bei EUROBATS gedacht, darf aber frei geteilt werden.

Eine inhaltsgleiche deutschsprachige Version wurde zusmmen mit der Dt. Fledermauswarte, dem Noctalis und dem Berliner Artenschutzteam veröffentlicht.

Informationsblatt Einheimische Fledermäuse und SARS-CoV 2 erschienen

Aufgrund des sich aktuell weltweit ausbreitenden SARS-Coronavirus 2 (SARS-CoV 2), das beim Menschen die Krankheit Covid-19 auslöst, kommt es auch in Deutschland vermehrt zu besorgten Anfragen bei im Fledermausschutz und in der Fledermausforschung tätigen Personen.
Der Grund für die Besorgnis ist der Umstand, dass in den Medien Fledermäuse regelmäßig als der Ursprung des neuartigen humanen Virus SARS-CoV 2 bezeichnet werden. Diese stark vereinfachte Darstellung eines komplexeren Sachverhalts erfordert in der Beratung an Fledermaus-Nottelefonen und in Fledermaus-Ambulanzen eine gute Sachkenntnis, um falsche Vorstellungen sowie grundlose Vorbehalte zu korrigieren und zunehmenden Antipathien gegenüber einheimischen Fledermäusen entgegenzuwirken.
Nachdem bereits verschiedene Organisationen und Einrichtungen Sachinformationen zum Thema veröffentlichten und der BVF bereits Anfang Februar eine umfangreiche Information zur Verfügung gestellt hat, bieten wir zusammen mit weiteren Organisationen eine Zusammenfassung der aktuellen Forschungsergebnisse sowie Verweise auf fachlich korrekte journalistische Beiträge und wissenschaftliche Studien.

Das Papier kann und soll gerne weiter verteilt werden. Wir hoffen damit zu einer Versachlichung der Debatten bei zu tragen.

Um die Arbeit vor Ort zu erleichtern und auch eine Handreichung für Quartierbesitzer vor halten zu können wurde zudem ein kurzes Factsheet auf einer Seite generiert.

Download:

Das gesamte Informationsblatt

Das Factsheet

Keine Angst vor Batman – Fledermäuse und Coronaviren

Das Themenfeld Fledermäuse und pathogene Viren wird aktuell hinsichtlich der anhaltenden Ausbreitung eines Coronavirus (2019 nCoV) wieder intensiv diskutiert und in den Medien entsprechend aufbereitet. Hierbei stellen wir jedoch regelmäßig eine tendenziöse und fachlich nicht immer haltbare Berichterstattung fest. Häufig wird auch zu verallgemeinernd von „Fledermäusen“ gesprochen, obwohl die in Deutschland vorkommenden 25 Fledermausarten keine Überträger von gefährlichen Coronaviren sind. Diese Situation ist der Anlass die aktuell vorhandenen Informationen
zu diesem Themenfeld fachlich zu untersetzen und den aktuellen Kenntnisstand der Fledermauskunde zusammenfassend zur Verfügung zu stellen.

Dies geschieht in einem Info-Papier des BVF, welches heruntergeladen und frei geteilt werden kann.

TDFF 2020

Am vergangengen Wochenende fand das „Treffen der Deutschen Fledermausforscher“ (TDFF) auf der Fraueninsel im Chiemsee statt. Gut 100 Absolventen, Doktoranden und Assoziierte der Deutschen Fledermausforschung haben sich für 3 Tage intensiv ausgetauscht und die aktuellsten Forschungsergebnisse besprochen. Neben der Vorstellung spannender neuer Ergebnisse kam natürlich auch das Soziale nicht kurz.

Besonderer Dank gilt der Arbeitsgruppe von Holger Goerlitz für die tolle Organsiation und vor allem die gelungene Batty Session am Samstag Abend.

Natürlich hat der BVF auch am Treffen teilgenommen und konnte viele neue Kontakte knüpfen.

COST ActiON: BATS AND climate change

Eine Netzwerkinitiative untersucht im Rahmen einer COST Action (CA18107) in Zusammenarbeit mit EUROBATS den Einfluss des Klimawandels auf Fledermäuse. Die Arbeitsgruppe ruft dazu auf, mit lokalen Daten über Fledermäuse zu den Untersuchungen des Netzwerks beizutragen. Mit diesen Daten soll herausgefunden werden, welche Fledermausarten und welche Regionen in Europa besonders anfällig gegenüber dem Klimawandel sind.

Um dies zu erreichen, werden zum einen Anwesenheitsnachweise von Fledermausarten in ganz Europa benötigt. Zum anderen werden Daten benötigt, mit denen untersucht werden kann, in welchem Umfang sich Fledermäuse einem veränderten Klima bereits angepasst haben, bzw. in Zukunft anpassen werden.

Für dieses Unterfangen bauen die Autoren auf die Unterstützung möglichst vieler Fledermauskenner aus ganz Europa. Als Mitglied des Konsortiums können Sie zu einer besseren Einschätzung der Folgen des Klimawandels auf europäische Fledermäuse beitragen. Ihr Beitrag wird entweder in der Danksagung der Studie oder aber bei größeren Datenmengen oder essentiellen Daten auch in Form einer Koautorschaft honoriert werden. 

Die Autoren weisen darauf hin, dass die exakten Fundorte von Fledermäusen nicht öffentlich gemacht werden. Weitere Details finden Sie auf der Projektseite oder kontaktieren Sie die nationalen Ansprechpartner (ebenfalls auf der Projektseite zu finden).

Die Frist zur Einsendung von Daten ist der

10. Februar 2020 für Funddaten von Fledermäusen (Anwesenheitsdaten)

1. März 2020 für morphologische und phänologische Daten

EUROBATS Leitfaden Beleuchtung

Die EUROBATS Publication Series mit aktuell 9 Ausgaben sind umfassende Publikationen zu aktuellen Themen des Fledermausschutzes. Neben den Themengebieten Windkraft, Quartierschutz und Monitoring gibt es mit der Series 8 eine Ausgabe zum Themenbereich Fledermäuse und Lichtverschmutzung bzw. Beleuchtungsprojekte.

Dieser bisher nur auf Englisch verfübgare Leitfaden wurde jetzt ins Deutsche übersetzt und ist ab sofort online erhältlich.

Der „Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen bei Beleuchtungsprojekten“ kann entweder direkt als PDF herunter geladen werden oder beim EUROBATS-Sekretariat als Druckversion bestellt werden.

Der Leitfaden beinhaltet Handlungsanweisungen für Planer und Praktiker, aber auch für Forscher und Interessierte, die sich aus den aktuell verfügbaren Informationen zu diesem Thema ergeben.

Änderung im Vorstand

Während der Mitgliederversammlung 2019 gab die 2018 gewählte Vorstandschaft eine Änderung der Aufgabenzuteilung bekannt. So verbleiben alle im Rahmen der MV18 gewählten Vorstände in ebendiesem, es ergab sich jedoch ein Wechsel beim 2. Vorsitz und der Kassenführung.

Die Veränderung wurde von den Delegierten einstimmig angenommen.

Das neue / alte Team teilt sich wie folgt auf:

1. VorsitzenderMarkus Melber
2. VorsitzendeIngrid Kaipf
SchatzmeisterMartin Harder
SchriftführerJörg Harder
erw. VorstandHartmut Geiger
erw. VorstandFlorian Gloza-Rausch
erw. VorstandChristopher Paton