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Winterkontrollen in Zeiten von Covid-19

Wiederkehrende Kontrollen von Fledermauswinterquartieren und die Meldung der Ergebnisse stellen eine wichtige Basis für die Einschätzung der Erhaltungszustände einheimischer Fledermausarten dar. In diesem Winter stehen die Kontrollen aber in reger Diskussion bezüglich Covid-19. Wir möchten Sie aber ermuntern die wiederkehrenden Kontrollen in diesem Winter durch zu führen.

Bisher konnte eine Übertragung von SARS-CoV-2 auf freilebende heimische Fledermauspopulationen nicht nachgewiesen werden. Während es gelungen ist in Laborstudien Flughunde mit SARS-CoV-2 zu infizieren, gelang das Forschern in den USA bei der “Großen Braunen Fledermaus” jedoch nicht. Eine Übertragungsmöglichkeit von SARS-CoV-2 von Menschen auf Fledermäuse ist aber nach wie vor nicht in Gänze aus zu schließen.

Zudem entbrennt die Diskussion über den Ursprung der Pandemie immer wieder aufs Neue und wurde hinsichtlich der Funktion heimischer Wildtiere durch das Auftreten von SARS-CoV-2 bei Nerzen wieder befeuert.

Im Frühjahr hat der BVF zusammen mit anderen deutschen Vereinen entsprechende Handlungsempfehlungen erstellt, die nach wie vor gültig sind und als Basis für weitere Empfehlungen auf europäischer Ebene gedient haben.

Da Sie bei den Winterkontrollen häufig auch in engem Kontakt zu weiteren Fledermausschützern stehen, möchten wir die Empfehlungen für das Handling konkretisieren und insbesondere um den Aspekt des Infektionsschutzes für Menschen erweitern.

Konkret heißt das:

  • Halten Sie die Teilnehmerzahl bei Winterkontrollen und vor allem im Quartier so gering wie möglich
  • Halten Sie ausreichend Abstand zu den weiteren Beteiligten Personen
  • Bestimmen Sie nach Möglichkeit eine Person, die die Einhaltung der Hygienemaßnahmen überwacht
  • Tragen Sie während der Kontrolle eine Mund-Nasen-Maske mit Partikelfiltereigenschaften (min. FFP2)
  • Halten Sie die Aufenthaltsdauer im Quartier so kurz wie möglich
  • Beachten Sie alle (ggf. lokalen) Maßnahmen zur Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes. Hierzu zählen vor allem Verpflichtungen zur Kontakt-Reduzierung und z.B. über die Inzidenz geregelte Bewegungsradien

Bitte nehmen Sie die Verantwortung, die der Fledermausschutz in diesen Tagen hat ernst.

Informationsblatt Einheimische Fledermäuse und SARS-CoV 2 erschienen

Aufgrund des sich aktuell weltweit ausbreitenden SARS-Coronavirus 2 (SARS-CoV 2), das beim Menschen die Krankheit Covid-19 auslöst, kommt es auch in Deutschland vermehrt zu besorgten Anfragen bei im Fledermausschutz und in der Fledermausforschung tätigen Personen.
Der Grund für die Besorgnis ist der Umstand, dass in den Medien Fledermäuse regelmäßig als der Ursprung des neuartigen humanen Virus SARS-CoV 2 bezeichnet werden. Diese stark vereinfachte Darstellung eines komplexeren Sachverhalts erfordert in der Beratung an Fledermaus-Nottelefonen und in Fledermaus-Ambulanzen eine gute Sachkenntnis, um falsche Vorstellungen sowie grundlose Vorbehalte zu korrigieren und zunehmenden Antipathien gegenüber einheimischen Fledermäusen entgegenzuwirken.
Nachdem bereits verschiedene Organisationen und Einrichtungen Sachinformationen zum Thema veröffentlichten und der BVF bereits Anfang Februar eine umfangreiche Information zur Verfügung gestellt hat, bieten wir zusammen mit weiteren Organisationen eine Zusammenfassung der aktuellen Forschungsergebnisse sowie Verweise auf fachlich korrekte journalistische Beiträge und wissenschaftliche Studien.

Das Papier kann und soll gerne weiter verteilt werden. Wir hoffen damit zu einer Versachlichung der Debatten bei zu tragen.

Um die Arbeit vor Ort zu erleichtern und auch eine Handreichung für Quartierbesitzer vor halten zu können wurde zudem ein kurzes Factsheet auf einer Seite generiert.

Download:

Das gesamte Informationsblatt

Das Factsheet

Keine Angst vor Batman – Fledermäuse und Coronaviren

Das Themenfeld Fledermäuse und pathogene Viren wird aktuell hinsichtlich der anhaltenden Ausbreitung eines Coronavirus (2019 nCoV) wieder intensiv diskutiert und in den Medien entsprechend aufbereitet. Hierbei stellen wir jedoch regelmäßig eine tendenziöse und fachlich nicht immer haltbare Berichterstattung fest. Häufig wird auch zu verallgemeinernd von „Fledermäusen“ gesprochen, obwohl die in Deutschland vorkommenden 25 Fledermausarten keine Überträger von gefährlichen Coronaviren sind. Diese Situation ist der Anlass die aktuell vorhandenen Informationen
zu diesem Themenfeld fachlich zu untersetzen und den aktuellen Kenntnisstand der Fledermauskunde zusammenfassend zur Verfügung zu stellen.

Dies geschieht in einem Info-Papier des BVF, welches heruntergeladen und frei geteilt werden kann.