Wozu ein Bundesverband ?

Warum brauchen wir einen „Bundesverband für Fledermauskunde“ ?

1:         Weil viele wichtige Umsetzungsfragen im Fledermausschutz noch zu klären sind!

Die letzten Jahre haben für den Naturschutz in Deutschland große Veränderungen gebracht, weitere Umbrüche sind absehbar. Anspruch (FFH-RL, Biodiversität, …. ) und Wirklichkeit (BNatSchG-Abweichungsgesetzgebung, Kommunalisierung, Kompetenzverluste in der Fachverwaltung, … .) klaffen immer weiter auseinander. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass berechtigte Fledermausschutzinteressen durch die zuständigen Verwaltungen umgesetzt werden können! Häufig fehlen ihnen dazu auch wesentliche Grundsatzinformationen: Woran kann man erkennen, dass ein Büro / ein Kartierer fachkundig arbeitet? Wie sieht eine, den Anforderungen an den aktuellen Wissens- und Kenntnisstand genügende Fledermausuntersuchung aus? Was ist unter dem „Erhalt einer Lebensstätte im funktionalen Zusammenhang“ konkret zu verstehen? Sind zwei tote Abendsegler unter einer Windkraftanlage schon populationserheblich? ….. . Zu vielen dieser aktuellen Fragen gibt es „Fachmeinungen“. Gerichtsfest werden diese Meinungen aber erst, wenn sie zu gemeinsam getragenen Fachkonventionen weiterentwickelt werden. Diese Konventionen sollen von den Fledermausfachleuten erarbeitet werden, nicht von Juristen in den Verwaltungen! Hier kann nur ein Bundesverband auf Augenhöhe mitreden und mitarbeiten.

2:         Weil der ehrenamtliche Fledermausschutz dort wo er schwach ist, unterstützt werden muss!

Die Veränderungen im Naturschutz treffen auf ein personell immer schwächer werdendes Ehrenamt. In einigen Bundesländern werden die ehrenamtlichen Fledermausschützer durch Koordinationsstellen unterstützt, in anderen nicht. Manche Gruppen schaffen es, ihre Mitglieder zu qualifizieren, Nachwuchs zu gewinnen, landesweite Projekte zu koordinieren oder Erfassungen und Monitoring-Programme zu organisieren, manche aber auch nicht. Gerade die „schwachen Länder“ sind auf Solidarität und Unterstützung von außen angewiesen. Hier kann nur ein Bundesverband übergreifende Angebote anbieten, koordinieren und umsetzen.

3:         Weil es besser ist, zu agieren als zu reagieren!

Nur noch selten wird der Naturschutz von den „zuständigen Institutionen“ eines Bundeslandes vorangebracht. Handlungsoptionen im Naturschutz von heute und morgen werden durch Europäische Mittel (ELER, GAP, …), supranationale Vereinbarungen (Biodiversität und Klimaschutz ….) und die entsprechenden Programme (LIFE, Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“, ….) erschlossen. Hier gilt es, sich von Anfang an auf der Ebene der „Programmierung und Operationalisierung“ einzubringen und Fledermausschutzinteressen zu verankern. Auf Bundes- und EU-Ebene kann nur ein gut vernetzter Bundesverband wirksam werden.

Deshalb brauchen wir eine unabhängige, demokratisch legitimierte und damit von allen akzeptierte Interessenvertretung auf Bundesebene. Die beste Legimitation um Interessen der Fledermäuse und Fledermausschützer wirkungsvoll artikulieren und umsetzen zu können, ist ein von möglichst vielen Gruppen und Fachleuten im Land getragener und aktiver Bundesverband für Fledermauskunde.

Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V.